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        <title>karlsplatz.org - </title>
				<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 21:50:35 GMT</pubDate> 
				
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   <title>2010-06-02 bis 2010-08-15, 11:00 Uhr: Hinter der Vierten Wand. Fikitive Leben - Gelebte Fiktionen (Generali Foundation)</title>
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   		Mit Werken von Harun Farocki, Omer Fast, Michael Fliri, Andrea Geyer, Marcello Maloberti, Aernout Mik, FrÃ©dÃ©ric Moser & Philippe Schwinger, Wendelien van Oldenborgh, Judy Radul, Allan Sekula, Ian Wallace

Wir wissen um die Poesie und Politik der Fiktionen, der Trugbilder oder Simulationen des Realen, die unser Denken und Begehren bestimmen, und doch scheint ihre Sog-wirkung ungebrochen. Mit Jean Baudrillard, dem Denker der Simulation, ist die RealitÃ¤t lÃ¤ngst hinter ihrer Verdoppelung, der âHyperrealitÃ¤tâ, verschwunden und mit ihr die Unterscheidbarkeit zwischen âWahremâ und âFalschemâ, âRealemâ und âImaginÃ¤remâ. Wenn unsere Lebenswirklichkeit ein undurchdringliches Gewebe von Fiktion und RealitÃ¤t geworden ist, ein Effekt sich stÃ¤ndig wandelnder medialer OberflÃ¤chen, ist der Wunsch nach Orientierung aktueller denn je. Mit dem Konzept der âVierten Wandâ hat Denis Diderot ein Medium entworfen, das der Sogwirkung der Fiktion eine reflexive Distanz entgegenstellt. âHinterâ der Vierten Wand konnte die Welt im Theater des 18. Jahr-hunderts als Nachahmung der Wirklichkeit aufgefÃ¼hrt werden, ohne die Unterscheidung zwischen Vorstellungswelt und RealitÃ¤t aufzugeben. Die Wahrnehmung der Zuschauer-Innen zu verÃ¤ndern, sie zwischen Affekt und Distanz mit immer neuen Perspektiven zu aktiver Interpretations- oder Denkarbeit zu motivieren, war das Ziel, das Diderot mit der Vierten Wand erreichen wollte. 

Um das Medium der Vierten Wand kreist nun die Ausstellung, auch in der Version 
eines Verfremdungseffekts bei Bertolt Brecht oder spezifischer Montagetechniken von 
Jean-Luc Godard, als Beispiele fÃ¼r Verfahren, das Fiktive am Realen erfahrbar zu machen. Dabei kommen verschiedene mediale Formate zur Anwendung, von fotografischen Bildern Ã¼ber Dia- und Videoinstallationen bis hin zu Live-Performances.

Wie wird âWahrheitâ erfahrbar im Drama der nur vermeintlich authentischen Gesten oder, anders herum, wie kommt man dem Fiktionalen auf die Spur, das uns Wirklichkeit vortÃ¤uscht? Die Werke der KÃ¼nstlerInnen zielen darauf ab, die Wirklichkeit in ihrer Vielschichtigkeit under construction zu zeigen. Sie nehmen dazu (mikro)politische Gemeinschaften unter die Lupe, verwandeln soziale Felder in theatralische SchauplÃ¤tze, sezieren deren Strukturen mit der Rhetorik des Theaters und des Films. Dokumentarisches, (Auto-)Biografisches und Fiktives bilden das Material fÃ¼r diese kritische Befragung der aktuellen Verfasstheit unserer Lebenswelt. 
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   <pubDate>Wed, Jun 2nd 2010, 00:00</pubDate>
   <link>http://karlsplatz.org/events/3779</link>
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